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  • Rettet den Babcockwald

    Babcockwald soll Sportplatz weichen

    Ab Oktober sollen in Voerde knapp 9 ha Wald gerodet werden!

    Am Ende dieser Seite finden Sie eínige Mustereinwendungen.

    Die Einwendungsfrist für die 65. Änderung des FNP endet am Montag, den 17.2.2014!!!

     

    Entwurf des angestrebten Sportparks Friedrichsfeld mitten im Wald.

    Quelle: Planfeststellungsunterlagen der Stadt Voerde zur 65. Änderung des Flächennutzungsplanes "Sportpark Friedrichsfeld"

     

    Im Voerder Rathaus liegen seit dem 17.1. noch bis zum 17.2. die Planungsunterlagen für die 65. Änderung des Flächennutzungsplanes aus. Demnach beabsichtigt die Stadt Voerde den Flächennutzungsplan dahingehend zu ändern, dass auf einer bisher als Gewerbe- und Industriegebiet ausgewiesenen Fläche, ein Sportpark angesiedelt werden soll. Das Besondere daran: Die Fläche gehörte in der Vergangenheit zum Werksgelände der Babcock AG, ist daher mit einer gut 2 m hohen Mauer eingefasst und konnte sich in den letzten 65 Jahren fast völlig ungestört entwickeln. Das Ergebnis ist ein überaus stattlicher Eichen-Birkenwald mit mehreren Altbäumen.
    Die über 80 Höhlenbäume des sogenannten Babcockwaldes bieten den vielen dort zu beobachtenden Fledermäusen Quartierstrukturen und dienen Bunt- und Kleinspechten als Brutplätze. Die Naturnähe erlaubt es zudem zahlreichen totholzbewohnenden Insektenarten (z.B. Balkenschröter), die bislang im Rahmen der Planung nicht erfasst werden konnten, im Babcock-Wäldchen zu existieren.
    Auf den mageren Sandflächen befinden sich zudem Restflächen wertvoller Sandmagerrasenflächen mit Rote-Liste-Arten wie z.B. Heidenelke (RL 3, flächiger Bestand), Myosotis stricta (RL 3), Carex arenaria (RL 3).

    In dem 65 Jahre alten Birken-Eichenwald stehen etliche über 65 Jahre alte Eichen. Hier gibt es über 80 Höhlenbäume, die zahlreichen Tieren, wie Fledermäusen, Spechten usw. Wohnraum bieten.

    Foto: Frank Boßerhoff

    Aber schon im kommenden Winter soll es nach dem Willen der Stadt und der Mehrheit des Rates vorbei sein mit der Ruhe im Babcockwald. Von der insgesamt etwa 16 ha großen Waldfläche, sollen ab Oktober 8,84 ha Wald gerodet werden, um dort einen Sportpark für den SV 08/29 Friedrichsfeld zu bauen. Begonnen hat die Planung für das Projekt schon im Jahr 2008. Es sollen zwei große Kunstrasen-Fußballfelder (eins mit Tribüne), ein Werferfeld in Größe eines Trainingsplatzes sowie ein Umkleide- und Vereinsgebäude (566 qm) mit Fahrzeug- und Gerätehalle (80 qm) und etwa 250 Parkplätze entstehen. Außerdem soll von Süden her eine Zufahrtsstraße gebaut werden, um die Fläche zu erschließen.

     

    Ein Segen für den Sportverein - ein Fluch für die Natur?

    Die Naturschutzverbände, allen voran der NABU, mehrere engagierte Voerder Bürger, aber auch das Staatliche Forstamt Landesbetrieb Wald und Holz und die Untere Landschaftsbehörde (ULB) lehnen das Projekt aus vielen Gründen in dieser Form ab.
     

     

    Ein wunderschöner Wald mitten im Herzen von Voerde zwischen den beiden Ortsteilen Voerde und Friedrichsfeld, der sich 65 Jahre lang völlig ungestört hinter der sogenannten "Babcock-Werksmauer" zu einem ökologisch wertvollen Wald entwickeln konnte.

    Eine deutliche über 65 Jahre alte Stieleichen. Diese, und weitere 80 Höhlenbäume, bieten zahlreichen Tieren, wie Fledermäusen, Spechten usw. Wohnraum.

    Foto: Frank Boßerhoff

    Foto: Frank Boßerhoff

    Zum einen konnte sich im Babcockwald in den letzten 65 Jahren ein einmaliges Ökosystem entwickeln, in dem viele Tiere und Pflanzen zuhause sind. Außerdem ist die Stadt Voerde bisher nur dazu bereit, einen Ausgleich von etwa dem 1,4-fachen der in Anspruch genommenen Waldfläche auf Voerder Stadtgebiet auszugleichen (1:1,4). Das Staatliche Forstamt und die Untere Landschaftsbehörde fordern dagegen eine doppelt so große Fläche aus Ausgleich aufzuforsten (also 1:2). Die NABU-Kreisgruppe Wesel fordert sogar die 3-fache Ausgleichsfläche, weil hier ein über 65 Jahre alter Wald unwiederbringlich gerodet werden soll (1:3). Hinzu kommt, dass die Stadt Voerde nur etwa 9 % ihrer Fläche als Waldfläche ausweisen kann und damit als sehr waldarm gilt. Der durchschnitt des Landes liegt bei 27 %, der Forstamtsbereich Wesel weist im Schnitt 17 % Wald auf. Laut Landesentwicklungsplan NRW gelten Verdichtungsräume mit einem Waldanteil von weniger als 15 % als waldarm. Wie allgemein bekannt und anerkannt ist, gilt Wald aber unter anderem als klimaregulierend. Außerdem ist die Bedeutung des Waldes und seiner Funktionen umso höher einzuschätzen, je geringer der Waldanteil innerhalb der räumlichen Bezugseinheit ist (KLOSE/ORF, S. 267, aus: Stellungnahme Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Regionalfortsamt Niederrhein, Anlage A, S. 4). Die Erhaltung des Babcockwaldes ist daher aus Sicht des Naturschutzes dringend geboten!

    Die in ihrem Bestand in NRW bedrohte Heidenelke (Rote Liste NRW RL3) kommt im Babcockwald auf kleinen Flächen noch vor.

    Der Totholz-bewohnende Balkenschröter kommt im Babcockwald vor.

    Foto: Daniela Specht

    Foto: Daniela Specht

    Der Sitter, ein Orchideengewächs, wächst in dem Wald in Voerde.

    Foto: Daniela Specht

    Die Heidenelke ganz nah.

    Foto: Daniela Specht

    Gemäß Landesentwicklungsplan NRW (LEP B. III. 3) ist deshalb der Wald in waldarmen Kommunen besonders zu schützen und zu vermehren. Eine Abholzung ist somit der völlig falsche Weg. Der Waldanteil würde damit auf etwa 8,8 % sinken.

    Hinzu kommt, dass es in der näheren Umgebung vom Ortsteil Friedrichsfeld mindestens zwei geeignete Alternativstandorte gäbe. Aber genau hier liegt ein Knackpunkt: Eine Untersuchung möglicher Ausweichstandorte ist erst auf massiven Druck von NABU, Kreis Wesel und engagierter Bürger im Jahr 2013 erfolgt. Da hatten sich Rat und Verwaltung aber schon festgelegt auf den Babcockwald als Fläche für den Sportpark. Der am "Wisselmannweg" gelegene Alternativstandort wurde vom beauftragten Planungsbüro und von der Stadt Voerde als ungeeignet bezeichnet, u.a. weil dort angeblich eine Obstwiese existiere. Eine Überprüfung ergab jedoch, dass es diese Obstwiese gar nicht mehr gibt. Es stehen lediglich noch wenige Pflaumen- und Birnenbäume im Randbereich der etwa 1 ha großen ehemaligen Obstwiese.
    Der NABU wehrt sich gegen diese nicht naturverträgliche Planung und bittet alle Erholungssuchenden und Freunde sauberer Luft sich mit einer eigenen Einwendung gegen die vorgelegte Planung vorzugehen.

     

     Hier können Sie Mustereinwendungen herunterladen:

    1.Offenlage Einwendung DS 774 (I)

    2.Offenlage Einwendung Wald ist ungeeignet (I)

     2a.Baumfällaktion Wald-Stadion Wetter

    3.Offenlage Einwendung Gewichtung (I)

    4.Offenlage Einwendung zu Dimension (I)

    5.Offenlage Einwendung zu Waldausgleich(I)

    6.Offenlage Einwendung zur Obstwiese (I)

    7.Offenlage Einwendung zum Zeitdruck (I)

    8.Offenlage Einwendung zum Zugang Eichenweg(I)

     9.Offenlage Einwendung städtebauliche Erwägungen (I))

     10.Offenlage Einwendung Lärmschutzgutachten(I)



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