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  • Junge Forscher entdecken die Geheimnisse der Natur

    Naturschutz beginnt mit Neugierde. Neugierde ist Wissensdurst, Wissensdurst ist der Wunsch nach Erkenntnissen, Erkenntnisse schaffen Wertvorstellungen und diese wiederum sind die Keimzelle allen menschlichen Engagements. Was man nicht kennt, kann man nicht schätzen, und was man nicht schätzt, wird man voraussichtlich auch nicht schützen.

    Nach diesem Motto versucht Frau Gabriele Fischer, die Leiterin der Neukirchen-Vluyner Ernst-Moritz-Arndt Grundschule, ihre Schüler zu neugierigen Forschern zu machen und sie nicht mit einer unendlichen Flut von naturwissenschaftlichen Daten zu überschütten.

    So hatten im letzten Sommer rund 20 Schüler und Schülerinnen der Klassen eins bis vier die Gelegenheit, sich an einem kleinen, schulinternen Forschungsprojekt zu beteiligen, das sich mit dem dunklen, meist unterirdischen Leben eines nützlichen Burschen aus der Familie der „wenigborstigen Ringelwürmer“ befasste, dem allseits bekannten Regenwurm.

    „Am Anfang gab es schon ein paar Igitt-Reaktionen bei den Schülern“, lächelte Gabriele Fischer. „Doch das ließ schnell nach.“ Nachdem man erst einmal mit Spaten, Schaufeln und Plastikbechern bewaffnet in die nähere Umgebung des Schulhofes ausgeschwärmt war, setzte sich dann ziemlich bald eine gewisse Forscherlust durch. Die „wenigborstigen Ringelwürmer“ machten es den Schülern aber nicht leicht. Wegen des trockenen Wetters hatten sie sich ziemlich tief in die Erde zurück gezogen und konnten erst durch ausdauerndes Wässern ein weniger näher an die Oberfläche gelockt werden.

    Als man dann endlich einige stattliche Exemplare fand, waren die so dreckig, dass sie zuerst einmal gründlich gebadet werden mussten, um sie  überhaupt fachkundig ausmessen, wiegen und mit der Lupe betrachten zu können. Das war der Moment als bei den Schülern zum ersten Mal echte Neugierde aufkam. Ab da entdeckten die Schüler zum Beispiel, dass ein Regenwurm nicht nur rosarot, sondern auch hell- bis dunkelbraun gefärbt sein kann, dass er in einem Glaskasten mit verschieden beschaffenen Erdschichten immer die feuchteste Schicht bevorzugt, und dass er verrottete Blätter und andere Pflanzenteile durch seinen langen Körper schleust und dabei kleine, deutlich sichtbare Kothäufchen hinterlässt. Außerdem erfuhren die jungen Biologen anhand von Arbeitsblättern auch noch, dass ein durchtrennter Regenwurm im Gegensatz zur allgemein verbreiteten Meinung nicht doppelt weiterlebt, sondern sterben muss, dass Regenwürmer bis zu acht Jahre alt werden können, wenn sie nicht vorzeitig einem ihrer zahlreichen Fressfeinde zum Opfer fallen, und dass sie durch ihre unterirdische Arbeit einen nicht unbedeutenden Beitrag zur Fruchtbarkeit unserer Äcker leisten.

    Zum Schluss ging es den kleinen Forschern dann nicht anders als ihren großen Kollegen: Sie wollten ihre Arbeit veröffentlicht sehen. Die Gelegenheit dazu bot sich wenig später im Rahmen eines Schulfestes. Dort konnten dann alle interessierten Besucher an einem dafür errichteten Informationsstand sowohl die Forscher als auch ihre Forschungsobjekte persönlich kennen lernen. Im letzten Akt des Projektes wurden die Hauptakteure schließlich am Rande des Schulhofes wieder in ihr gewohntes Arbeitsgebiet entlassen.

    Das war im Sommer2002. Inzwischen lief an der Ernst-Moritz-Arndt-Schule in Neukirchen-Vluyn unter der Federführung von Frau Fischer in der zweiten Klasse schon wieder ein neues „Forschungsprojekt“, diesmal zum Thema „einheimische Brutvögel“. Hierfür haben bereits im Herbst die Väter an einem gemeinsamen Bastel-Abend Nistkästen gebaut, und im Frühjahr mit ihren Kindern gemeinsam aufgehängt.

    Dieser Beitrag basiert auf einem Bericht von Frau Jutta Langhoff im Naturspiegel, Heft 51

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