NABU Kreisverband Wesel

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  • Die Geschichte der NABU-Kreisgruppe Wesel e.V.

    Der Deutsche Bund für Vogelschutz (DBV) existiert bereits seit 1899, doch gab es am Niederrhein bis Anfang 1977 nur in Kleve, Neuss und Kempen-Krefeld eigenständige Kreisgruppen.

    Herr Kurt Zentzis aus Moers übernahm 1977 die Initiative, eine eigene DBV Gruppe im Kreis Wesel zu gründen. Die DBV-Kreisgruppe Wesel konstituierte sich am 21.4.1977 in Moers bei Herrn Erich Staudt.

    Vorsitzende waren Herr Karl-Heinz Gassling aus Rheinberg und Herr Dr. Hermann Klingler aus Moers. Das Amt des Schriftführers übernahm Herr Zentzis, für die Kasse zeigte sich Herr Grewer verantwortlich, der Jugendbetreuung nahm sich Herr Reuter an und die Öffentlichkeitsarbeit erledigte Herr Stefan Krohn. Den Entwurf des ersten Logos übernahm Herr Bernd Kleinlützum.

    Die 1. öffentliche Sitzung der DBV-Kreisgruppe fand am 29.4.1977 im Klubhaus der Solvay Werke statt.

    Die Kreisgruppe hatte sich folgende Ziele auf die Fahne geschrieben:

    Bereits ein Jahr später konnte die Kreisgruppe 800 Mitglieder verzeichnen und der Vorstand konstituierte sich neu. Dr. Hermann Klingler übernahm zusammen mit Dr. Johannes Scholten den Vorsitz. Herr Gassling konzentrierte sich auf sein Schwerpunktthema, die Ornithologie, während Dieter Margrewitz den Vorstand in organisatorischen Tätigkeiten unterstützte.

    Das Engagement der Gruppe war derart groß, dass bereits 1978 das erste Infoheft, der "Buntspecht" herausgegeben werden konnte. Mit dem Aufbau dieses eigenständigen Presseorgans entstand eines der bedeutendsten Medien dieser Art im Naturschutz zu dieser Zeit. Auch fanden mehrere praktische Arbeiten ihren Anfang, die noch heute von Bedeutung sind, wie beispielsweise das Schneiden der Kopfbäume.

    Erste Erfolge verbuchte die Kreisgruppe mit der Biotopsicherung im Niep-Kuhlenzug, in der Orsoyer Rheinaue sowie in Hünxe, Ossenberg.

    Angeregt durch den motivierten Einsatz der Aktiven konnte 1979 eine explosionsartige Mitgliederentwicklung beobachtet werden.

    Es wurden erste Verträge für das Betreuungsgebiet ‚Schwafheimer Meer’ südlich von Moers geschlossen und mit Hilfe der LINEG konnte eine erfolgreiche Wiedervernässung der trockengefallenen Mulde langfristig sichergestellt werden. Auch das Engagement gegen den Lippeausbau wurde mit Erfolg gekrönt.

    Der DBV ließ sich als Verein eintragen und am 7.6.1979 wurde zur 1. Vollversammlung im Schützenhaus von Xanten einberufen. Herr Dr. Hermann Klingler wird als Vorsitzender bestätigt, unterstützt von Herrn Dieter Margrewitz sowie Herrn Helmut Wilkes. Frau Bärbel Krohn wurde zur Schriftführerin gewählt und Herr Jochen Flasbarth übernahm das Amt der Jugendbetreuung.

    Im Zeitraum von 1980 bis 1985 stieg die Mitgliederzahl auf 2.500 weiter an. Wesentliche Themenschwerpunkte, mit denen sich die Kreisgruppe auseinander setzte war die Bergehaldenpolitik und Auskiesungsproblematik.

    Darüber hinaus waren im gesamten Kreisgebiet ehrenamtliche Gruppen im Einsatz:

    Weitere Themen, mit denen sich die Kreisgruppe intensiv beschäftigte, waren Senkungen und Deichverlegungen sowie die Beeinträchtigung der Natur durch Landwirtschaft, Straßenbau und das Spannungsfeld "Freizeit und Natur".

    Aufgrund des großen Engagements im Naturschutz wird Herrn Dr. Klingler im Juli 1982 das "Verdienstkreuz am Bande" der BRD verliehen.

    Als entscheidenden Erfolg kann die Kreisgruppe 1985 den Planungsstopp der Landesregierung für den Schwerindustriestandort im Orsoyer Rheinbogen für sich verbuchen.

    1986 und 1987 wächst der Mitgliederbestand auf rund 3.200 Personen an. Die betreuten Gebiete umfassen inzwischen rund 80 ha und in der Dingdener Heide werden erste Flächen angekauft und eine große Anzahl von Teichbauten werden durch den DBV initiiert und durchgeführt.

    1987 wird Herr Dr. Klingler Ehrenvorsitzender der Kreisgruppe und Herr Helmut Wilkes übernimmt gemeinsam mit Herrn Dieter Margrewitz den Vorsitz. Weitere Vorstandsmitglieder sind Herr Peter Malzbender, Herr Tilmann Hartmann, Herr Gregor Alms sowie Herrr Michael Homeyer.

    Die Jahre 1988 bis 1992 sind geprägt durch die Beteiligung am Rebhuhnforschungsprojekt im Kreis Wesel in Kooperation mit der Landwirtschaft und dem MUNLV in NRW, eine Aktionsbeteiligung gegen die Rheinbrücke durch den Orsoyer Rheinbogen und durch den Kampf gegen die Abgrabung auf der "Büdericher Insel" mit einhergehendem Salzabbau.

    1988 erfolgte die Namensänderung von DBV in NABU (Naturschutzbund Deutschland). Mit dieser Namensänderung soll das breite Spektrum, dem sich der Verein stellt, zum Ausdruck gebracht werden.

    Der neue NABU-Vorstand setzte sich 1991 aus Herrn Helmut Wilkes, Herrn Tilmann Hartmann, Herrn Peter Malzbender, Herrn Gregor Alms, Herrn Frank Bosserhoff sowie Frau Hannelie Steinhoff zusammen.

    Im September 1992 verstirbt der Ehrenvorsitzende Herr Hermann Klingler, der den DBV/NABU beispielhaft als Vorsitzender 10 Jahre lang mit Charisma und Durchsetzungskraft führte.

    Erstmalig wir der NABU-Kalender im Kreis Wesel herausgegeben und der Verein kann sich rühmen, 3.100 Mitglieder zu verzeichnen. Durch eine aktive Werbeaktion steigt 1993 die Mitgliederzahl auf rund 4.800 und bis zum Dezember 1994 auf 6.500 Personen an.

    Die Kreisgruppe setzt sich verstärkt für den Erhalt alter Obstbongerte mit hochstämmigen Obstbäumen ein und entwickelt in Zusammenarbeit mit der Kelterei van Nahmen das Streuobstwiesen-Apfelsaftprojekt

    Die Gesamtzahl der von Beginn an gepflegten Kopfbäume im Kreisgebiet überschreitet die Zahl von 20.000 Stück. Zusätzlich wird eine Vielzahl an anderen Landschaftspflegemaßnahmen durchgeführt. Die NABU-Kreisgruppe nimmt Einfluss auf die Probleme des Umweltschutzes und sensibilisiert durch Aktionen für das Thema Ökologie rund ums Haus: Kompostierung, Benjeshecken, Hausbegrünung.

    1995 wird das erste Niederrheinische Obstwiesenfest in Voerde-Löhnen mit 8.000-10.000 Besuchern ein voller Erfolg. Die NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn übernimmt in ihren ersten Amtstagen die Schirmherrschaft und besucht das Fest. Zudem bietet die Kreisgruppe ganzjährige Kultur-/ Naturexkursionen an.

    1996 feiert die NAJU (Naturschutzjugend) Wesel ihr 15-jähriges Bestehen. In Zusammenarbeit mit der LÖBF wird die erste kreisweite flächendeckende Rauchschwalbenkartierung durchgeführt. In Moers wird der Mitgliedertreffpunkt im Möbelhaus Kleier als feste Institution eingerichtet.

    Das Thema Obst bestimmt auch in den Jahren 1997/98 die Arbeit der NABU-Kreisgruppe Wesel. Es wird eine Obstwiesenkartierung im Kreis durchgeführt und mit Hilfe der NRW-Stiftung kann eine Obstwiese in Rheinberg-Orsoy erworben werden. Dort wird auch das zweite "Niederrheinische Obstwiesenfest" veranstaltet, das mit ca. 15.000 Besuchern mehr als ein Erfolg war.

    Den neuen geschäftsführenden Vorstand stellen 1998 Frau Gisela Klingler, Herr Helmut Wilkes und Frau Hannelie Steinhoff. Herr Peter Malzbender, Herr Gregor Alms, Herr Frank Bosserhoff werden als Referenten gewählt. Herr Klaus Lehmann  vertritt die NAJU im Kreisvorstand.

    1998/99 wird ein Konzept zur weiteren Vernässung der Hochflutrinnen am Schwafheimer Meer entwicklet, mit dem Titel "Renaturierung der Aluvialrinnen zwischen Moers-Schwafheim und Neukirchen-Klingerhuf". Das angedachte Planungsgebiet umfasst rund 160 ha.

    Nach einem langwierigen Planungsprozess wird Anfang April 2001 das Naturschutzzentrum, ein Leitprojekt der "Landesinitiative Zukunftsenergien", in Wesel, Freybergweg 9, mit Räumen für die NABU- und NAJU- Geschäftsstellen eröffnet. Nach einem Architekturwettbewerb an der FH-Düsseldorf wurde es als Niedrigenergiehaus mit Photovoltaikanlage gebaut.

    2002 verstirbt Herr Helmut Wilkes nach langjährigen und ehrenvollen Verdiensten im NABU. Unermüdlich und ehrenamtlich engagierte er sich Jahrzehnte in der Kreisgruppe Wesel des Naturschutzbundes Deutschland (NABU).

    Nach dem Tod von Herrn Helmut Wilkes und dem Rücktritt von Frau Gisela Klingler werden Frau Hannelie Steinhoff, Herr Peter Malzbender und Herr Manfred Müller vom Berge in den geschäftsführenden Vorstand gewählt. Herr Gregor Alms, Referent für Finanzen, Herr Frank Bosserhoff, Referent für Öffentlichkeitsarbeit sowie Herr Klaus Lehmann, Referent der Jugend füllen ihr Ehrenamt weiterhin aus. Darüber hinaus wurde Herr Willi Hesse als Referent für die Koordination der NABU-Gruppen neu gewählt.

    Es wird die zweite Rauchschwalbenkartierung im Kreis Wesel für die LÖBF durchgeführt und ab 2002 die neue Mitgliederzeitschrift "Naturspiegel" in Kooperation mit dem NABU Krefeld/Viersen herausgegeben.

    Das Gemeinschaftsprojekt "Hilfe für den Hasen" wird mit der Jägerschaft, dem Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie dem Kreis Wesel organisiert. Die NABU-Kreisgruppe arbeitet zudem beim Konzept "Seenverbund Wesel" mit und engagiert sich beim "Steinkauzprojekt" in Kooperation mit der Biologischen Station und dem Kreis Wesel.

    Engagement zeigt der Kreisverband auch im Genehmigungsverfahren zum neuen Rahmenbetriebsplan (2003-2019) des Steinkohlebergwerks Duisburg-Walsum, dessen Erörterung sich über einen Zeitraum von acht Monaten erstreckt und mit einer Verbandsklage durch den NABU-Landesverband verbunden ist.

    Auch findet 2002 das dritte Niederrheinische Obstwiesenfest mit ca. 10.000 Besuchern statt. Die Eröffnung in Xanten-Wardt übernahm wiederum die Umweltministerin Frau Bärbel Höhn, die Landrätin Frau Amend-Glantschnig sowie der Vorsitzende des NABU-Landesverbandes, Herrn Josef Tumbrinck.

    In diesem Rahmen werden Glückwünsche und viel Lob für das Engagement des NABU in den vergangenen 25 Jahren ausgesprochen. Eine offizielle Feier für alle Aktivisten fand am 22. November 2002 im Xantener Schützenhaus statt. Zu diesem Anlass wurden zahlreiche Aktive für ihre langjährige Mitarbeit geehrt.

    In Zusammenarbeit mit den Städten Moers, Neukirchen Vluyn, Duisburg, der LINEG und dem Amt für Agrarordnung in Mönchengladbach wird durch NABU-Initiative ein agrarstruktureller Entwicklungsplan für die Hochflutrinnen im Bereich der genannten Städte entwickelt. Es soll sicherstellen, dass die alten Strukturen erhalten und ggf. durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen weiter entwickelt werden.

    Im Juni 2003 wird die NABU-Kreisgruppe Wesel Mitgesellschafterin der NaturFreizeitverbund Niederrhein GmbHiG, um die Planung rund um das neue Seengebiet am Niederrhein tatkräftig zu unterstützen.

    Die NABU-Kreisgruppe Wesel beteiligt sich mit dem NABU-Landesverband und dem Preussen Museum Wesel an der Ausstellung "Verwoben" des französischen Künstlers Jean-Luc Brunieux. Begleitend zur Ausstellung wurden 14 Spinnenworkshops für Kinder angeboten, an denen 480 Kinder teilnahmen.

    Über 1.200 neue Mitglieder können in 2003 im Rahmen einer Werbeaktion für das Anliegen des Naturschutzes gewonnen werden. Die im Laufe der Jahre zurückgegangene Mitgliederzahl erreichte damit wieder 5.000 Personen. Durch eine verstärkte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit erhofft die Kreisgruppe eine Stabilisierung und auch weiteren Zuspruch.

    Exkurs:

    Herr Dr. Hans Scholten aus unserem Kreisvorstand wird 1978 Präsident des NABU-Landesverbandes und ab 1984 bis 1988 Präsident des NABU-Bundesverbandes.

    Herr Jochen Flasbarth, einst Jugendsprecher des NABU unserer Kreisgruppe, und langjähriger Präsident des NABU-Bundesverbandes übernahm 2003 die Leitung der Abteilung für Naturschutz und nachhaltige Naturnutzung im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.


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