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  • Niederrhein - kein Wintermärchen

     

    Regelmäßiges Schmuddelwetter macht vielen Vögeln den Garaus

     

    Die Existenz unseres Planeten Erde wird auf 4,57 Milliarden Jahre deklariert. Allerdings soll es nach der Geburtsstunde des „Blauen Planeten“ noch einige Milliarden Jahre gedauert haben, bis sich die Vielfalt an Lebewesen einstellen konnte.

    Vor 60 Millionen Jahren sind gewaltige Astoroiden auf der Erde eingeschlagen, was zum Aussterben der Dinosaurier geführt haben soll, so die Wissenschaft.

     

    Das Dasein menschenähnlicher Vorfahren auf Mutter Erde wird gut begründet seit etwa 2,8 Millionen Jahre angenommen. Taxonomisch gesehen sind wir (Homo sapiens) Säugetiere, die zu den Primaten gehören. Als Warmblüter mit hoher Intelligenz konnten wir den ganzen Planeten im Laufe unserer relativ kurzen Geschichte besiedeln. Hört sich geschmeidig an, ist es aber nicht. Trotz großem Verstand, dessen Vernunft leider meist nur im Windschatten mitfährt, schaffen wir es nicht, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen.

     

    Wir stehen bereits am Rande des Abgrundes, wollen aber noch ein paar Schritte in die gleiche Richtung gehen. Gerade in den letzten 100 Jahren haben wir die Erde auf links gezogen. Niemals zuvor sind in einem so kurzen Zeitraum so viele Tier- und Pflanzenarten ausgestorben; und viele Spezies sind heute weltweit weiter in ihrer Existenz hochgradig bedroht. Erschütternd ist, dass sehr häufig der Mensch die lebensbedrohende Ursache ist und war.

     

    Auch die Erwärmung und der damit verbundene Klimawandel mit seinen zum Teil verheerenden Auswirkungen gehen auf unsere Kappe. Das ist weltweit von renommiertesten Instituten erforscht. Wer das noch leugnet, darf sich nicht wundern, wenn damit die eigene Glaubwürdigkeit mit der der mächtigen, blonden Föhnfrisur aus Amerika in einem Topf landet.

     

    Bitter nur, dass alle Lebewesen weiter die Konsequenzen tragen müssen. Es ist bereits nach Zwölf, dennoch könnte man noch maßgeblich am Rädchen drehen. Es ist noch nicht ganz aussichtslos. Allein der energische Wille fehlt. Schon jetzt ist abzusehen, dass alle Federn lassen müssen.

     

    Dauerregen: Gefahr für viele Vögel

     

    Beispielsweise auch viele Vogelarten, die im Winter bei uns anzutreffen sind. Niederrheinische Winter werden wohl zunehmend milder, nasser und windiger. Futterquellen sind dann schwieriger zu nutzen, oder versieden sogar komplett.

    Natürlich nicht für alle Arten gleichermaßen. Fest steht, dass trockene, kalte Winter der Physiologie unserer Gefiederten eher entsprechen. Selbst nur wenige Gramm leichte Rotkehlchen, Finken, Meisen und Co. überstehen eisig-kalte Winternächte im Gebüsch.

     

    Nasse Winter machen auch dem Rotkehlchen zu schaffen. Foto: Peter Malzbender

     

    Dazu plustern sie ihre Gefieder einfach auf. Zwischen den filigranen Federschichten entstehen dann Lufträume, die die gesamte Isolierschicht eines Piepmatzes um ein Vielfaches vergrößert. Zudem wird der Schnabel ins Rückengefieder getaucht und die Beine meist in Hockstellung vom Bauchgefieder umgeben. So wird bedrohlicher Wärmeverlust optimal eingeschränkt. Das ist notwendig.

    Vögel müssen nämlich sogar um die drei Grad mehr Körpertemperatur als wir Menschen aufrechterhalten.

     

    Auch Amseln plustern ihr Gefieder gegen Kälte auf. Foto: Peter Malzbender

     

    Arktische Blessgänse trotzen auch mit einem sehr dichten Federkleid gut den Wintern in unserer Region. Foto: Peter Malzbender

     

    Obwohl, oh Wunder der Natur, einige Vogelarten sind auch in der Lage bei bitterer Kälte die eigene Temperatur und den Stoffwechsel herunterzufahren. Bemerkenswert, da sie ja bekanntermaßen nicht zu den wechselwarmen Tierarten gehören. Genauso faszinierend ist, dass Wasservögel wie Enten, Gänse und Schwäne mit ihren relativ breiten Quadratlatschen, wegen der Schwimmhäute zwischen den Zehen, oft stundenlang bewegungslos auf dem Eis ausharren können, ohne festzufrieren.

     

    Gesunde Wasservögel, wie diese Brandente, können auf dem Eis so gut wie gar nicht festfrieren. Foto: Peter Malzbender

     

    Hier hat die Evolution unglaublich beeindruckende Register gezogen: Ein ganz feinmaschiges, eng-gewobenes Netz von Arterien und Venen fließen durch diese Vogelbeine. Mit eingebautem Wärmeaustauscher. Das Blut, was von da über die Arterien in die Füße geht, kann bis zu niedrigen null Grad Celsius herunter gekühlt werden. Das verhindert das Festfrieren.

    Der Blut-Rückfluss aus den Füßen in den Körper wird dann beachtlich schnell umgekehrt in den Beinen wieder gewärmt. Erstaunlicherweise bleibt dabei die Körpertemperatur der Schwimmvögel unberührt-konstant. Neben einem dichteren Federkleid haben viele Wasservögel ausgeprägte Bürzeldrüsen mit denen sie ihr Gefieder regelmäßig einfetten. Das schützt nachhaltig vor Unterkühlung durch Nässe.

     

    Vogelfütterung wird immer wichtiger

     

    Viele Singvögel hingegen, die bei den prognostizierten Schmuddelwetter-Wintern am Niederrhein bleiben, sind die Gelackmeierten. Ihnen fehlt oftmals ein naturbedingt-wirksamer Regenschutz bei Dauerregen.

    Sie müssen in Deckung ausharren.

     

    Kernbeißer im Schnee; kein Grund zur Besorgnis. Foto: Peter Malzbender

     

    Selbst unter dem Schnee finden Wacholderdrosseln Futter. Foto: Peter Malzbender

     

    Oftmals fehlt dann die notwendige Zeit zur Nahrungsauffindung. Anhaltende Regenperioden führen dann oftmals zur Schwächung der körperlichen Konstitution. Nicht wenige Vögel hauchen dann ihr Leben aus. Deshalb ist es heute wichtiger denn je, gut bestückte Futterplätze für unsere Vogelwelt einzurichten. Auch Ganzjahres-Fütterungen sind sinnvoll.

     

    Wir alle sollten unser Konsumverhalten überdenken, damit u.a. auch die Wetterkapriolen nicht noch weiter zunehmen.

     

    Peter Malzbender


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