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    Jungvögel nicht mitnehmen!

    Zwei Waldkäuze - Peter MalzbenderFrühjahr - Wer in diesen Tagen auf junge Waldkäuze trifft, sollte die possierlichen Eulenvögel unbedingt an Ort und Stelle sitzen lassen. Die noch flugunfähigen Jungen werden oftmals von fürsorglichen Naturfreunden mitgenommen und zu Naturschützern gebracht.

     

     

     

    Sorge unbegründet

    Dies sei aber gar nicht nötig, so Peter Malzbender, Leiter Fachgruppe Ornithologie der Kreisgruppe Wesel im Naturschutzbund Deutschland (NABU), weil die Jungkäuze nicht etwa aus der Bruthöhle gefallen sind und von den Altvögeln sehr wohl bestens versorgt werden. Vielmehr sei es artspezifisch, dass junge Waldkäuze noch vor dem Flüggewerden das nähere Umfeld der Brutstätte erkunden würden. Als so genannte Ästlinge werden sie häufig von einem Elternvogel, der meist hervorragend versteckt in der Nähe verweilt, sowieso nicht aus den Augen verloren. Fuchs, Marder und auch Menschen müssen sogar mit unliebsamen Attacken der wehrhaften Altkäuze rechnen, wenn man den putzigen Kleinen zu nahe kommt.

     

    Frühbrüter Waldkauz

    Der Waldkauz ist ein absoluter Frühbrüter unter den heimischen Eulenarten. Das Altkauzweibchen dieser beiden Jungvögel muss bereits Anfang Februar auf ihrem Gelege gesessen haben. Und da war dieses Jahr auch am Niederrhein noch richtig Winter. Die Brutzeit beträgt gut einen Monat. Den Waldkauz bekommt man selten zu sehen, weil er ein ausgesprochener Nachtjäger ist. Er zählt mit über 50.000 Brutpaaren zu den häufigsten Eulenarten in Deutschland. Gerne besiedelt der Waldkauz auch Parks und Friedhöfe mit altem Baumbestand. Größere Baumhöhlen bevorzugt er als Tageseinstand und Brutstätte. Kleinnager machen in der Regel den größten Bestandteil seiner Beute aus. Über 70 Prozent der jungen Waldkäuze sterben bereits in ihrem ersten Lebensjahr, weil die Jungvögel in diesem Zeitraum sehr viele „Prüfungen“ in der Natur bestehen müssen. Davon weiß auch Karl-Heinz Peschen zu berichten, NABU-Projektleiter der Auffang- und Auswilderungsstation für verletzte Greifvögel und Eulen in der Schillkaserne Blumenkamp bei Wesel. Mit großem Zeitaufwand päppelt er auch die beiden Jungkäuze auf; trainiert ihren Muskelaufbau und bringt ihnen das Beutemachen bei, bevor er sie wieder in die Freiheit entlassen kann.

     

    Ein Beitrag von Peter Malzbender

     



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